Musikgemeinde Osterode am Harz e.V.

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20 Dez. 2018;
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Chorprobe

Rezension zum Konzert am 28.10.2018 - The Modern Cello-Piano Duo

Klassische und moderne Musik gelebt

Mit Clemens Kröger und Daniel Sorour waren in Osterode zwei Ausnahmemusiker zu Gast. Irgendwie war es ein Konzert zum Schmunzeln, welches die beiden Künstler des Ensembles "The Modern Cello-Piano Duo" auf Einladung der Musikgemeinde Osterode im Forum der Volkshochschule Osterode/Göttingen zum Besten gaben.

Aus:  HarzKurier, Tageszeitung im Landkreis Göttingen, Ausgabe vom 07.11.2018; Text und Foto:  Herma Niemann

Und das sowohl auf der Künstler- als auch auf der Besucherseite. Eins dürfte den Gästen während der zwei Stunden klar geworden sein: die beiden Musiker, Clemens Kröger (Piano) und Daniel Sorour (Violoncello), passen in keine Schublade. Das war an dem Abend eine Erkenntnis, die das Publikum auf erfrischend sympathische und ungekünstelte Weise erfahren konnte.

Dabei konnten die beiden authentischen Musiker, genauso wie ihre dargebotenen Stücke nicht unterschiedlicher sein. Schwungvoll startete der Abend unter dem Mosso "Classic meets Jazz" zunächst mit den Tänzen "Danzas Espagnolas" von Enrique Granados. Es folgte die "Pampeana", die, wie Sorour erklärte, ein Kampftanz mit ursprünglich langen Massern als "Zubehör" ist und das harte Leben der Gauchos beschreibt. Für Erheiterung sorgte dabei die Erwähnung, dass daraus der Tango entstanden sein soll.

Ein weiteres großartiges Stück des Abends war "Fratres" von Arvo Pärt. Einigen Besuchern dürfte der Titel bekannt gewesen sein, denn dieser werde gerne in Spielfilmen verwendet, erklärte Sorour. Das Stück beinhaltet meditative Effekte und beruht auf sich wiederholenden Dreiklängen, die fast schon an gregorianische Gesänge erinnerten. Beide Musiker lieferten zwischen den Stücken interessante Hintergrundinformationen.

Derart beeindruckt von der gerade gehörten Musik, erlebte das Publikum jedoch sogleich wieder einen herben "Schnitt", denn es ging weiter mit ausgesuchten Zoologischen Fantasien aus Camille Saint-Saens "Karneval der Tiere", und dann auch noch ausgerechnet mit "Hühner und Hahn", gefolgt von dem "Balett der Elefantendame".

Das Publikum hatte dabei einen riesigen Spaß, so wie auch die beiden Künstler, die während des Konzerts nicht nur in sich hineinschmunzelten, sondern auch immer wieder in den Zuschauerraum lächelten. Die gute Laune steckte an und sorgte für eine angenehm ungezwungene Atmosphäre.

Melodischer und besser ins Gesamtkonzept des Konzertes passend, ging es dann mit dem Saint-Saens "Schwan" weiter. Ein weiteres großartiges Stück, aber auch wieder mit einem Schwenk in eine ganz andere Stilrichtung, war "The gil from Ipanema" von Antonio Carlos Jobin; dabei handelt es sich um einen schwungvollen Bossanova. Nicht ganz so gut ankommen wollten jedoch, obwohl könnerisch perfekt dargeboten, die Stücke "Don't stop me now" von Freddy Mercury und "Smells like teen spirit" von Nirvana.

Präsentiert wurde auch der erste Satz aus der Sonate a-Moll von Franz Schubert. Einen solch lockeren Abend erlebt man in der Konzert-Welt eher selten, und da überhört man auch gerne mal, dass hier und da eine falsche Note durchkam und die Synchronisation der beiden Musiker nicht immer auf dem Punkt war.

Mitunter rätselte man auch, wohin die Reise musikalisch überhaupt hingehen sollte, da für den Besucher keine klare Linie in der Konzert-Struktur erkennbar war.

Zusammenfassend kann man aber sagen, dass Osterode zwei Musiker zu Gast hatte, die ohne Allüren die Liebe zu der klassischen als auch zu der modernen Musik ganz offentlichtlich leben und dies auch an ihr Publikum in erfrischender Weise weitergeben.

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