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Rezension zum Klavierkonzert am 19.05.2019

"Eine gelungene Hommage an die großen Komponisten Frankreichs"

Bonner Pianistin Jamina Gerl beeindruckte im Forum der Volkshochschule in Osterode

Zarte Person, mächtige Werke. Ob Saint-Saens, Fauré oder Debussy - Jamina Gerl scheint das Französische im Blut zu liegen. Die aus Bonn stammende Pianistin sorgte am Sonntag für ein ausgesprochen gelungenes Kammerkonzert im Forum der Volkshochschule in Osterode. Eingeladen hatte die Musikgemeinde Osterode.

 Aus:  HarzKurier, Tageszeitung im Landkreis Göttingen, Ausgabe vom 23.05.2019; Text und Foto:  Herma Niemann

 

Auch der Hintergrund zu ihrer Musikauswahl war der jungen Musikerin wichtig, erklärte sie zwischendurch als Moderatorin auch die musikalischen Zusammenhäge. So zum Beispiel, dass sich 1871 einige französische Musiker auf nationale Werte besannen und die "Société Nationale de Musique" gründeten. Einer der beiden Gründer war Camille Saint-Saens. "Die französische Musik sollte zu ihrer einstigen Größe zurückgeführt werden", sagte Gerl zum Publikum zu Beginn des Abends.

Außerdem wies sie darauf hin, dass das erste Stück, das Album für Klavier op. 72 von Saint-Saens, eine Rarität sei, da es nur sehr wenig gespielt werde. Das Werk begeisterte unter anderem sehr im zweiten Zyklus, dem "Carillon" (Glockenspiel), dessen beherrschendes Grundthema zwei düster klingende Gongschläge verkörperten, die immer wiederkehrten.

In der sehr virtuos anmutenden "Toccata" beherrschte Gerl souverän den melodischen Bogen. Im vierten Zyklus "Valse" verzauberte die Künstlerin mit der Leichtigkeit der Töne, die scheinbar frühlingshaft zu tänzeln vermochten.

Die Stücke von Gabriel Fauré (Nocturne), Maurice Ravel (Jeux d'eau) und Claude Debussy (L'isle Joyeuse) präsentierte die Pianistin nacheinander und ohne Pause zwischen den Stücken, was sich als sehr gelungene Spielweise erwies. Denn mit diese pausenlosen Abfolge erschuf Gerl ein Szenario von drei gut aufeinander passenden Werken.

Dabei meisterte sie alle Herausforderungen, wie das Spannen eines melodischen Bogens in dem eher düster gelagerten "Nocturne" von Fauré. Ein Höhepunkt war wohl die Darbietung von Ravels "Jeux d'eau" (Wasserspiele). Wie das Leben, schlugen die Wogen in dem Werk mal höher, mal seichter. Mal konnte man kleine Regentropfen erfühlen, und dann wieder den großen Sturm, der über das Meer peitscht.

Das alles verkörperte Gerl auf der einen Seite federleicht, ließ aber auf der anderen Seite die Gezeiten stark und fast bedrohlich glitzern und funkeln. Beruhigung und Erholung folgten auf dem Fuße, nämlich mit dem spieltechnisch anspruchsvollen Stück "L'isle Joyeuse" (Insel der Freude). Nach der Pause ging es weiter mit Stücken von Franz Liszt.

Die Pianistil spielte ohne Noten, dafür sehr ausdrucksstark und diszipliniert. Jede Körperbeweung wurde von ihr zwar offensichtlich mit viel Bedacht vollzogen, und dennoch schimmerte starke Leidenschaft in ihrem Spiel durch.

Vielleicht war es auch ein Abend der musikalisch perfekt eingesetzten Gegensätze. Hier standen kraftvolle Fingerfertigkeiten und virtuoses Feuer einer fast zeitlupenartigen und distinguierten Finger-Bewegung bei den sanften Tönen gegenüber. Das Publikum war sehr begeistert.

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